Griechisch

Wer nicht schon griechisch kann, wird im Moment Stück für Stück mit dieser Sprache bekannt gemacht. Und da griechisch nicht unbedingt einfach ist, fangen alle zuerst mal mit dem Alphabet an. Wir kennen nun bereits Alpha, Beta, Gamma, Delta, Lambda und nun neu auch Omikron. Aber ehrlich gesagt, will ich das eigentlich gar nicht lernen....jedenfalls nicht über Tagesschau, Online-Medien und Gespräche am Kaffeeautomaten im Büro. Wobei Letzteres nächste Woche wohl ohnehin wieder wegfallen wird.

Die Woche hatte es in sich, sie war geprägt von plötzlich in hoher Zahl auftretender Erkrankungen in meinem geschäftlichen Umfeld. Nicht dass ich mit all diesen Personen in den letzten Wochen persönlichen Kontakt in physischer Umgebung hatte, nein. Aber es ist doch eine grosse Veränderung zum bisherigen Verlauf der Pandemie. Bis anhin kannte ich nur sehr wenig Menschen persönlich, die sich mit dem Virus angesteckt hatten. Jetzt ist das alles anders: fünf Personen aus dem Kader von PostAuto sind es aktuell, von allen Ansteckungen habe ich letzte Woche erfahren. Der Clou ist ja unser Mitglied der Geschäftsleitung: sie konnte am Montag nicht dabei sein, weil sie in Quarantäne war. Mehrere Selbsttests in dieser Phase waren negativ, das PCR-Testergebnis kam dann am Freitagabend (nach 55 Stunden): positiv. Und ja, sie war an diesem Tag bereits nicht mehr in Quarantäne, fragt mich nicht warum - scheint alles nach Vorschrift abgelaufen zu sein. Und natürlich hatten wir am Freitagvormittag ein Meeting in der Engehalde, 10 Personen in einem riesigen Raum. Und glücklicherweise ist mein Chef ein vorsichtiger Mensch und hat 3G+ verordnet: alle hatten ein Zertifikat, alle trugen immer eine Maske. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht schon Omikron ist, weil diese Variante gemäss neusten Meldungen eine extrem hohe Virenlast auslöst und eventuell auch gegen die Impfungen ankommt. Zumindest jene von Pfizer soll in Hongkong nicht wirklich gut gewirkt haben. Aber im Moment sind das alles noch Vermutungen.

Die Erwartung wird nächste Woche wohl nicht enttäuscht, ich rechne mit starken Einschränkungen im Alltag. Home-Office wird mindestens empfohlen, Masken werden vermutlich zum Zertifikat dazukommen. Vielleicht werden später sogar noch strengere Massnahmen notwendig, kommt ganz darauf an, wie sich die Zahlen entwickeln. Deshalb war ich heute auch noch auf allen drei Berner Weihnachtsmärkten. Zuerst holte ich im Casa Nobile Shop eine Weihnachtskollektion als Geschenk für einen externen Moderator unseres After Action Reviews von letzter Woche. Altdeutsch wäre das wohl einfach eine Nachbesprechung, aber heute ist Deutsch ja nicht mehr so in, we all speak english und jetzt kommt ja eben auch noch griechisch dazu. Da der Shop fast beim Rathaus ist, war es ein kurzer Weg zum Handwerkermarkt beim Münster. Alles schön umzäunt, ein oder zwei Eingänge, aber niemand der irgendwas kontrollierte. Auch kein Hinweis auf eine Maskenpflicht, aber das war mir dann doch zu heiss - auch wenn die eine Hälfte mit, die andere ohne Maske auf dem Markt herumstöberten. Ich blieb bei der Maske und schaute mir die angebotenen Sachen etwas genauer an. Insbesondere Gegenstände aus Holz und Keramik waren gut vertreten und es gab auch kleine Kunstwerke zu bewundern. Gekauft habe ich aber nichts, ich wollte zuerst einfach mal schauen...

Zweiter Stopp war der Markt auf dem Waisenhausplatz. Hier sind so ziemlich in jedem Jahr die gleichen Stände anzutreffen. Vielleicht gibt's später einmal noch etwas Tee, oder ein Gewürz (ich habe ja noch fast keine....). Auch bei den Lederwaren könnte ich fündig werden, es muss aber nicht sein. Und Düfte für die Duftlampe habe ich auch noch - deshalb blieb auch hier mein Rucksack leer. Masken? Waren recht gut vertreten, im letzten Jahr war es ja Pflicht. Im Moment nicht, aber ehrlich gesagt erscheint es mir schon fast leichtsinnig, diese hier wegzulassen.

Blieb noch der Stärnemärit. Auch der eingezäunt, hier aber mit Zertifikatskontrolle. Dass sich auch zertifizierte Menschen anstecken können, das wissen wir ja bereits. Hier hatte es aber um diese frühe Zeit extrem wenig Besucher, man konnte sehr gut Abstand halten und die Stände sind recht gut verteilt. Allerdings befürchte ich, dass dieser Markt Abends überlaufen wird. Es geht hier ja in erster Linie um Essen, Trinken und für einige vielleicht sogar um's Saufen (sorry für den Ausdruck, aber das hat mir mal ein Arbeitskollege selber gesagt als ich ihn auf dem Weg dorthin angetroffen hatte: noch etwas die Lampe füllen....). Mit ein paar Leuten zusammen kann das ganz lustig werden, alleine logischerweise nicht - weil wirklich viel zu kaufen gibt es dort nicht. Und mit richtig viel Leuten und dem richtigen Virus, wird es dann wohl so richtig gefährlich.

Der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet ist übrigens Omega. Das ist auch der Name einer Schweizer Uhrenfirma und ich würde sagen, das passt gar nicht so schlecht: die Uhr tickt....

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