Freud und Leid

Die Welt besteht aus Gegensätzen - das war schon immer so und wird auch noch lange so bleiben (ich schreibe jetzt mal nicht "für immer", weil das schlicht und ergreifend nicht stimmt). Heute hatte ich wirklich die Hoffnung, dass sich die Sonne auch hier unten in der Kälte des Mittellands zeigt. Vermutlich ist das sogar passiert, aber nicht hier in Bern. Zumindest nicht so richtig.....

Mein Tag startete allerdings gemächlich. Da ich gestern noch gearbeitet hatte, fehlte die Zeit um zu Putzen. Also stand dies heute auf dem Tagesplan und ich hatte ja auch genug Zeit dafür. Um halb Eins wollte ich die Lauberhorn-Abfahrt - die echte - anschauen. Das reichte problemlos für Alles, inklusive einem ausgiebigen Frühstück. Der Plan war, nach dem Rennen noch ein paar Schritte an der Sonne zu machen Aber eben, die Gegensätze..... Oben war es so richtig sonnig und warm, hier kühl und grau. Das blieb lange so erst nach Drei Uhr zeigten sich blaue Löcher in der Nebeldecke. Das war dann allerdings schon etwas sehr spät, ganz weg ging der Nebel nicht. 

Die Abfahrt selber war auch nicht ganz ohne. Wie vor zwei Tagen konnten wir uns über einen Schweizer Sieg freuen. Wie gestern gab es auch heute wieder einen schweren Sturz und einen Helikopter-Transport ins Spital. Es gab schon Rennen bei wesentlich schlechteren Bedingungen am Lauberhorn, und es waren dann meist auch nicht die alten Hasen welche sich so schwer verletzten. Die Frage nach dem Sinn von drei Speedrennen an drei aufeinander folgenden Tagen ist deshalb eine, welche gestellt werden muss. Und zwar nicht nur an die FIS, sondern auch an die Rennfahrer, welche auf dem Rückflug von Nordamerika auf einen Termin für die ausgefallenen Rennen gedrängt hatten. Bescheidenheit wäre manchmal auch eine Option, auch wenn dies natürlich weniger Medienpräsenz und damit auch weniger Einnahmen bedeutet. 

Und jetzt? Was folgt am morgigen Sonntag? Die tägliche Quizfrage lautet: gibt es Sonne oder gibt es keine? Ich vermute mal, dass sich der Nebel morgen zu jenem Zeitpunkt hier auflösen wird, wenn die Wolken von Westen den Platz am Himmel einnehmen werden. Ob es dazwischen irgendwo noch ein paar Strahlen geben wird, welche den Weg bis nach Zollikofen finden, wird sich weisen. Ich bin mal noch zuversichtlich, aber viel wird es sicher nicht sein. Dafür freuen wir uns dann sicher über ganz viel Sonne im Frühjahr - ganz im  Sinne des Titels dieses Blogs: heute Leid, im Frühling Freud.

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