wenn es blitzt und kracht

Alle drei Jahre findet sie statt: die Sonnwendfeier in Oensingen. Wobei der Name eigentlich irreführend ist, weil als Sonnenwende werden jene zwei Tage bezeichnet, an denen die Sonne den "höchsten mittäglichen Sonnenstand" erreicht. Oder den niedrigsten, aber da dies auf der Nord- respektive Südhalbkugel gegensätzlich abläuft, ist immer beides der Fall. Umgangssprachlich gesprochen handelt es sich also um den längsten und den kürzesten Tag (auch hier gilt das Gegensätzliche: die kürzeste oder längste Nacht). Egal, jedenfalls fand die Sonnwendfeier am letzten Samstag statt, einen Tag nach der Tag- und Nachtgleiche, gleichbedeutend mit dem astronomischen Frühjahrsbeginn und dem keltischen Frühlingsfest Ostara. Das Spektakel in Oensingen begann jedenfalls bei Dunkelheit um 20:00 - vermutlich ist das Datum auch wegen der Sommerzeit so gewählt, wobei es diese Tradition seit über 100 Jahren gibt, und da kannte man nur den Sommer, keine Sommerzeit. Zwischen 30'000 und 40'000 Personen sollen diesem Duell der beiden Vereine, Ravellen und Vogelherd, zugeschaut haben. Was mit einem Höhenfeuer begann, wurde rasch laut und grell. Keine Ahnung, wie viel Geld in dieser knappen Stunde dort verpulvert worden ist - immerhin haben es viele (zahlende) Zuschauende gesehen. 

Es ist etwas speziell im aktuellen Kontext ein solches Feuerwerk-Spektakel anzuschauen. In sicherem Abstand, in der Hand ein Getränk, oder vielleicht auch ein Handy um das Ganze festzuhalten. Man möchte sich ja noch etwas daran erinnern, oder? Das Spezielle liegt in der Ähnlichkeit mit Ereignissen, bei denen man lieber nicht zusieht, schon gar nicht etwas trinkt dazu. Und wo man sich wohl auch überhaupt nicht sicher fühlt. Die ganz hellen, kugelförmigen Leuchtelemente erinnerten dann schon irgendwie an militärische Beleuchtungsraketen - und eben auch an die zahlreichen Konflikte auf diesem Planeten. 

Aber so tickt nun mal diese Welt. Früher, viel früher, gab es solche Konflikte, und man wusste lange gar nichts davon. Ich habe den Eindruck, heute würde man sich das ebenfalls wünschen - nicht zu viel zu wissen. Denn unterm Strich fühlt man sich dann ja doch machtlos und ausgeliefert, irgendwie. Macht ist heute konzentrierter denn je, und aus meiner Sicht auch von Reichtum abhängig wie noch nie. Auch das machen die USA uns allen eindrücklich vor: wer gewählt werden will, braucht Geld. Wer Geld hat, hat ergo auch Macht (mit dem logischen Zusatz: mehr Geld, mehr Macht). Dass das Geld letztendlich auf einer massiven, unvorstellbaren Verschuldung beruht, lässt das Ganze Konstrukt extrem schräg aussehen: einer der grössten Geldgeber für diese Verschuldung ist China - letztendlich finanziert China also eigentlich die Macht der USA. Würden sie dies allerdings heute als Druckmittel einsetzen, wäre eine militärische Katastrophe wohl vorprogrammiert. Abhängigkeiten, welche also letztendlich das ganze Konstrukt wieder stabilisieren.

Und dann kommt einer auf den irrsinnigen Gedanken, einen angeschlagenen Staat anzugreifen. Einen Staat, der sich auf Sanktionen und Isolation seit Jahren eingestellt hat. Mit einer Regierung, die sich mit aller Macht - und allen Mitteln - an ebendieser Macht halten will und wird. Solche Aktionen gegen Regierungen, deren Mitglieder nichts mehr zu verlieren haben (ausser eben der Macht), das sind ganz gefährliche Aktionen. Weitere Eskalationen sind absehbar, mit schwer einschätzbaren Folgen auch für uns. Vielleicht gibt es schon bald wieder autofreie Sonntage? Oder Tage, an denen nur Elektrofahrzeuge herumfahren dürfen?

Lassen wir das mal alles beiseite, schauen wir in die andere Richtung, nach Osten in leicht nördlicher Richtung (damit wir nicht im falschen Land landen): Kanada, Alberta, Calgary.... klingelt's schon? Yess, eine WM-Goldmedaille für die Schweiz. Es gibt sie also noch, die positiven Meldungen ....

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