Osterwoche
Es ist so eine Sache mit diesen Begriffen. Ich musste das auch zuerst einmal lernen, was die Karwoche ist, und was zur Osterwoche gehört. Jedenfalls ist schon bald wieder Wochenende, und dann kommen Ostersamstag und der weisse Sonntag. War gar nicht so einfach herauszufinden, woher dieser Name stammt. Es scheint, dass es mit den weissen Taufgewändern der an Ostern Getauften zu tun hat. Diese wurden am Ende des Osteroktavs - am Sonntag nach Ostern - abgelegt. Sicher ist man sich aber nicht, und eigentlich weiss ich das nur, weil die Frage beim Schreiben aufgetaucht ist. Google weiss ja fast alles, wobei wissen vielleicht nicht immer zutrifft - Google findet einfach Texte, die irgendwann jemand geschrieben hat. Kann auch falsch sein....
Mit dem weissen Sonntag wird auch die Zeit mit frühsommerlichen Tagestemperaturen enden. Am Sonntag soll es abkühlen und auch wieder mal nass werden. Am Samstag 22°, am Folgetag gerade noch die Hälfte. Das werden wir sicher spüren. Immerhin, der Sommer steht uns ja noch bevor, es wird also mit Sicherheit wieder wärmer - irgendwann.
Das Ganze zeigt anschaulich, wie schwierig es manchmal ist, präzise zu diskutieren - wenn man am Ende feststellt, dass man nicht vom gleichen spricht. Verabredet man sich am Ostersamstag, wird es wohl viele Personen geben, die bereits am Karsamstag auftauchen. Und sich dann natürlich über jene ärgern, die erst eine Woche später den Termin im Kalender haben. Das gleiche Phänomen mit dem Begriff "nächster". Wenn ich mit meinen Töchtern über kommende Tage spreche, verwende ich regelmässig etwas wie "machen wir am nächsten Freitag". Das ist für mich jener Freitag, der als nächster kommt - in der Zukunft logischerweise. Dann heisst es aber oft: meinst du diesen Freitag, oder den nächsten? Ich kann diese Argumentation nachvollziehen, aber es ist nicht meine Art zu sprechen. Obwohl.... in einem anderen Kontext...wenn ich beispielsweise im Ausgang bin und wir als Gruppe denselben Bus zum Bahnhof (oder denselben Zug nach Hause) nehmen wollen, da mache ich es dann anders: nehmen wir diesen Bus (der gleich fährt) oder erst den nächsten? Gar nicht so einfach, die deutsche Sprache.
Wer will es uns also verübeln, wenn wir manchmal in der eigenen Muttersprache Verständigungsprobleme haben? Und da ist noch keine Rede von absichtlichen Fehlern (sprich: fake news, muss ja heute alles englisch geschrieben sein, also noch schwieriger zum Verstehen). Kommunikation war immer schon ein schwieriges Thema - und wird es vorderhand auch bleiben. Künstliche Intelligenz hin oder her...
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