Statistiken

Gestern Abend waren die Eisheiligen ein Thema in der Sendung Meteo. Die Prognosen für die kommenden Tage lassen ja auch wirklich den Eindruck entstehen, dass an dieser alten Bauernregel tatsächlich etwas dran ist. Heute Morgen beim Verlassen des Hauses fand ich diesen Eindruck sogar bestätigt - es war unangenehm kühl. Die ganze Sache hat aber einen Haken: nur nach dem alten, julianischen Kalender befinden wir uns aktuell in den Tagen der Eisheiligen; geht es nach dem aktuell gültigen, gregorianischen Kalender, besuchen uns die kühlen Gäste erst ab kommenden Dienstag. Master Bucheli hatte dann natürlich noch eine statistische Analyse zur Hand, und diese sprach eine eindeutige Sprache: die Eisheiligen sind statistisch weder nach dem julianischen, noch nach dem gregorianischen Kalender bezüglich Termin nachweisbar. Oder wie er es anders formulierte: im Mai kann es einfach irgendwann nochmals kühl werden.

Ich denke, genau das will die Bauernregel auch aussagen. Denn ein Wetterphänomen über Jahrzehnte so genau abzuleiten, das scheint mir eigentlich unmöglich. Es ist vermutlich ähnlich wie mit den statistischen Regentagen pro Monat: man kann erahnen, an wie vielen Tagen es Niederschlag geben kann, aber wann genau, das zeigt sich dann erst in der Realität. Es gibt auch noch ganz andere Beispiele für die praxisnahe (oder eben -ferne) Interpretation von Statistiken. Ich habe mal irgendwo gelesen, wer auf einer heissen Herdplatte sitzt, und die Füsse in den Kühschrank steckt, hat durchschnittlich warm. Niemand würde das wohl machen, aber es zeigt die Grenzen von Statistiken auf - oder bestätigt eben den Spruch: traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Am Ende des Tages war mir die ganze Statistik heute Morgen aber egal - es war einfach ausgesprochen kühl. Punkt. Hoffnung ist nicht in Sicht, zuerst wird es erst mal noch so richtig nass....



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