einfach nur schön

Früher gab es im TV eine Serie zu sehen, in der Hannibal Smith (vielleicht klingelt's schon?) zu sagen pflegte: "ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert". Die Zeiten des A-Team sind eher vorbei, den Spruch mag ich aber immer noch. Und genauso fühlt sich dieser Freitag gerade an: die Sonne scheint und wärmt uns auf, die Wetterprognosen zeigen tagelang nur ein Sonnen-Symbol ohne jegliche Wolke, der Grill ist bereit, Fleisch hat es im Kühlschrank, und vor uns liegen drei arbeitsfreie Tage. Petrus, dieser Plan funktioniert tatsächlich.

Natürlich ist es eine etwas egoistische Betrachtungsweise, denn lange nicht alle Mitmenschen haben an Pfingsten frei. Und da muss ich gar nicht so weit schauen, auch in der eigenen Firma gibt es zahlreiche Held:innen, die uns Freizeitlern das Chillen erst ermöglichen: das Fahrpersonal beispielsweise, aber auch IT-Spezialisten, welche über dieses Wochenende ein grosses Update einspielen. Zum Glück nicht auf einem System von PostAuto, sonst wäre mein langes Wochenende vielleicht auch nicht ganz so lange.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters sagt man. Vielleicht empfindet die Fahrerin am Steuer des Postautos im Berner Oberland den Tag ebenfalls als schön - weil gut gelaunte Reisende ein- und aussteigen, und die Landschaft auch schön ist, wenn man nicht frei hat. Immerhin hat sie den besten Platz im Fahrzeug und bestimmt, wohin die Reise geht. Wenn sie sich an den Plan hält, ist diese Freiheit dann natürlich ziemlich klein. Aber der Person in der Leitstelle liebt es ja sicher auch, wenn ein Plan funktioniert. 
Vielleicht wären die IT-Spezialisten froh, wenn es drei Tage regnen würde, vielleicht wäre dies für sie "schön". Gut möglich, dass aber auch sie froh darüber sind, zwischen den Einsätzen zu Hause im Homeoffice öfters mal raus an die Sonne gehen zu können - man arbeitet bei einem solchen Update ja nicht intensiv, sondern lässt die Computer arbeiten.

Was noch nicht funktioniert, ist der Stau am Gotthard: aktuell nur 300 Meter und eine Wartezeit von 5 Minuten, da geht doch noch etwas, oder? Stellt sich die Frage, ist das jetzt schön, oder ist ein langer Stau schöner. Liegt vermutlich einmal mehr im Auge des Betrachters (oder hier in der Rolle, die wir einnehmen: Betroffene oder schadenfreudige Beobachter).

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